Häufige Fragen
Die häufigsten Fragen aus unseren drei Ratgeberbeiträgen zu Wärmedämmbeschichtung, Lambda- und U-Wert sowie Förderung, kurz beantwortet. Die Begriffe dahinter finden Sie im Lexikon A–Z.
Kennwerte
Ist ein niedriger oder ein hoher Lambda-Wert besser?
Ein niedriger: Je kleiner λ, desto weniger Wärme leitet das Material. Beim Wärmedurchlasswiderstand R ist es umgekehrt, hier ist ein hoher Wert gut. Beim U-Wert gilt wieder: niedrig ist besser.
Kann ich den U-Wert meiner Fassade selbst berechnen?
Für eine erste Einschätzung ja: Schichtwiderstände R = d / λ addieren, die Übergangswiderstände innen (0,13) und außen (0,04 m²·K/W) dazurechnen und den Kehrwert bilden. Für Förderantrag oder Nachweis braucht es die Berechnung einer fachkundigen Person, die auch Wärmebrücken, Dübel und Bestandsunterlagen berücksichtigt.
Woher bekomme ich die Lambda-Werte meiner alten Wand?
Aus Baubeschreibung, Bauantrag oder alten Rechnungen lässt sich oft das Mauerwerk ermitteln. Fehlen Unterlagen, arbeiten Energieberater mit Bemessungswerten aus DIN 4108-4 oder mit Pauschalwerten für typische Baualtersklassen; eine Bohrkernprobe schafft Gewissheit über den Aufbau.
Warum zählt für die Förderung 0,20 und im Gesetz 0,24?
Das Gesetz legt den Mindeststandard fest, den jede Sanierung erfüllen muss (§ 36 mit Anlage 7 GModG: 0,24 W/(m²·K) für Außenwände). Die Förderung belohnt nur Maßnahmen, die darüber hinausgehen; die BEG EM verlangt deshalb 0,20 W/(m²·K).
Wärmedämmbeschichtung
Ersetzt eine Wärmedämmbeschichtung ein WDVS?
Rechnerisch in aller Regel nicht, weil der Wärmedurchlasswiderstand einer Millimeterschicht nach dem Normverfahren klein bleibt. Sie kann aber dort die bessere Wahl sein, wo ein WDVS baulich, rechtlich oder gestalterisch ausscheidet. Welche Wirkung am konkreten Objekt eintritt, lässt sich nur durch Messung belegen.
Gilt eine Wärmedämmbeschichtung als Dämmung im Sinne des GModG?
Das GModG unterscheidet nicht nach Produktnamen, sondern stellt Anforderungen an den U-Wert des Bauteils. Entscheidend ist, ob die Maßnahme eine Pflicht nach Anlage 7 auslöst und ob der geforderte Wert mit anerkannten Rechenwerten nachgewiesen werden kann.
Hilft eine Beschichtung gegen Schimmel an der Außenwand?
Schimmel entsteht, wenn sich an kalten Innenoberflächen Tauwasser bildet. Eine wärmere Wandoberfläche senkt dieses Risiko, ersetzt aber weder richtiges Lüften noch die Suche nach der Ursache, etwa einer Wärmebrücke oder eindringender Feuchte. Bei bestehendem Befall gehört zuerst ein Fachmann an die Wand.
Förderung
Wo beantrage ich den Zuschuss für die Fassadendämmung?
Zuschüsse für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle beantragen Sie beim BAFA, und zwar vor Vorhabenbeginn. Daneben sieht die Richtlinie eine Kreditvariante vor, die über die KfW und Ihre Hausbank läuft.
Lohnt sich ein individueller Sanierungsfahrplan nur für den Bonus?
Seit der Fassung 2026 bringt der iSFP-Bonus nur bei größeren Vorhaben ab 30.000 Euro förderfähigen Ausgaben zusätzliches Geld. Der Fahrplan hat aber eigenen Wert: Er legt die Reihenfolge der Maßnahmen fest und ist Voraussetzung für den angekündigten Bonus für Worst Performing Buildings.
Kann ich die Fassade selbst dämmen und trotzdem Förderung erhalten?
Bei Eigenleistung fördert das Programm laut BAFA-Infoblatt nur die direkt mit der Maßnahme verbundenen Materialkosten. Die fachgerechte Ausführung muss ein Energieeffizienz-Experte oder ein berechtigtes Fachunternehmen bestätigen.
Gilt für ein Baudenkmal überhaupt eine Dämmpflicht?
Grundsätzlich ja, § 105 GModG erlaubt aber Abweichungen, wenn Substanz oder Erscheinungsbild beeinträchtigt würden oder der Aufwand unverhältnismäßig wäre. Wer fördern lassen will, muss den Denkmalwert von 0,45 W/(m²·K) erreichen und einen Denkmal-Experten beauftragen.